Der Krieg des Charlie Wilson

Kategorie: Filme & Bücher     Autor: lin0x     Datum: Sonntag 18 Januar 2009     Uhrzeit: 01:41          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 09.02.2008 veröffentlicht.

Der Krieg des Charlie Wilson ist ein bis in das Detail gelungener Film. Als ich ihn am Abend angesehen habe, konnte ich mich binnen Sekunden auf ihn einlassen und in diese satirische Politwelt eintauchen, in der die Akteure die eigentlich dramatische Geschichte durch amüsante Dialoge “komisch aufwerten”.

Allein der Umstand, dass der Kongressabgeordnete Charlie Wilson ein leiderschaftlicher Genießer (Frauen, Alkohol) ist, verleiht dem Werk zusätzlich überraschende Leichtigkeit. Die Handlung an sich ist dabei natürlich durch die realen Ereignisse vorgegeben und somit wohl “sehr gelungen”, die Charaktere wirken sehr echt und überzeugen dank einer sehr guten schauspielerischen Leistung – besonders Tom Hanks ist hier, wie immer, ganz in seinem Element.

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Da steht also am Anfang des Films ein Playboy im Kongress und versucht mit einem 5 Millionen Etat den Krieg der aghanistanischen Bevölkerung gegen die Sowjets zu unterstützen. Die UdSSR darf dabei freilich nicht merken, dass die USA unterstützend einwirken und so kommt es, dass Ägypten, Israel, Pakistan und die USA im Geheimen zusammen arbeiten und mit vereinten Kräften “typisch russische” Waffen nach Afghanistan transportieren. Was auf der einen Seite höchst brisant klingt, wirkt im Film unglaublich komisch. Zitat pakistanischer Präsident von einem Gespräch mit Wilson: “In der Öffentlichkeit darf aber niemand erfahren, dass diese Staaten zusammen arbeiten”.

 

Schritt für Schritt schafft es Wilson, den Etat für den geheimen Krieg auf eine 500 Millionen US-Dollar aufstocken zu lassen, wobei Saudi Arabien dann ebenfalls 500 Millionen dazu schiesst. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass die anfangs nur spärlich ausgestatteten Afghanen nahezu alle sowjetischen Hubschrauber und Flugzeuge vom Himmel pusten – was ganz am Ende des Films zum Rückzug der UdSSr-Armee aus diesem Land führt.

Für mich ist dieses Werk durchwegs gelungen und für jeden empfehlenswert, der auf ein wenig Tiefgang, Politik und Tom Hanks steht. Wer sich 3-Stunden Epos mit ewig langen trockenen Dialogen oder eine alberne Komödie zur lockeren Unterhaltung erwartet, wird enttäuscht. Die User der International Movie Database gaben dem Film 7,6 Sterne, ich verleihe ihm stolze 8. 

 

Englischer Originaltitel: Charlie Wilson’s War

Veröffentlichung: Dezember 2007 (USA)

Link zur Webseite: http://www.charliewilsonswar.net/ 

Link zum IMDB-Eintrag: http://german.imdb.com/title/tt0472062/ 

Meine Bewertung: 8 von 10 Sternen


Der Mond-Wahn: Wie sinnvoll sind neue unbemannte Reisen zum Erdtrabanten?

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Sonntag 18 Januar 2009     Uhrzeit: 01:39          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 16.09.2007 veröffentlicht.

Am 14. September 2007 schoss Japan seine Mondsonde „Selene“ in den Himmel und gab damit den Auftakt zu einem neuen globalen Wettlauf zum Mond, denn auch China, Indien, Russland, Deutschland, England und die USA planen ihre eigenen Missionen. Wie passend, dass auch Google kürzlich ein Mond-Rennen mitsamt Preisgeld ins Leben gerufen hat. Doch wie sinnvoll sind neue unbemannte Reisen zu einem Himmelskörper, der bereits vollständig abgelichtet wurde und zumindest teilweise erforscht ist?

 

Schon der erste Mensch war vermutlich fasziniert von dem hellen Himmelskörper, der nachts am Himmel erstrahlt. Nicht weniger faszinierend war es für die Menschheit, als 1969 der erste Zweibeiner den Mond betrat. Seit dem gab es mehrere unbemannte Ausflüge, die allesamt Bilder oder Gesteinsproben des Trabanten zur Erde lieferten. Sogar ein Seismograph, der jährlich über 500 Beben auf dem Mond registriert, wurde von Apollo 11 zurück gelassen. Wir wissen über die Masse, Zusammensetzung und Atmosphäre des Mondes bescheid. Uns sind die dortige Schwerkraft sowie die meisten geologischen Formen auf der Oberfläche bekannt, und doch streben zahlreiche Institutionen und Länder neue Missionen zum Mond an.

Die NASA will beispielsweise 86 Milliarden Euro für eine bemannte Basis auf dem Mond ausgeben, Deutschland will bis 2012 einen rund 500 Millionen Euro schweren Ausflug starten und die Kosten für weitere Sonden, die lediglich schärfere Bilder schiessen oder Höhenkarten erstellen sollen, wurden bisher noch gar nicht veröffentlicht.

An dieser Stelle muss man sich die Frage gefallen lassen, ob detailliertere Informationen über den Erdmond solche hohen Kosten rechtfertigen. Was erwartet man sich von besseren Kenntnissen über die Oberfläche, was bringt der Menschheit eine bemannte Station auf dem Mond, die angeblich als Sprungbrett für weitaus größere Weltraumausflüge dienen soll? Und wer soll diese größeren Missionen bezahlen?

Fakt ist, dass man vom Mond viele Dinge lernen kann. Fakt ist aber auch, dass auf unserem Planeten immer noch Millionen von Menschen an heilbaren Krankheiten, Hunger oder Konflikten sterben. Sind die Milliarden in Mondmissionen also wirklich gut angelegt?

Bisher hat man seitens der Raumfahrtagenturen keine überzeugenden Gründe liefern können, welche weitere Missionen und deren Bezahlung auch nur annähernd plausibel erklären. Sicher ist jedoch, dass in den kommenden Jahren dennoch weitere Sonden starten werden – und alles wird vom Bürger bezahlt.


Amazon will endlich in den Onlinevertrieb von Musik einsteigen

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Sonntag 18 Januar 2009     Uhrzeit: 01:37          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 17.05.2007 veröffentlicht.

 

Seit über zwei Jahren schon hält sich das Gerücht, Amazon würde bald Musik zum Download anbieten. Nach den Erfolgen von Apple und anderen Unternehmen scheint es wohl immer noch lukrativ genug sein, in dieses Geschäft einzusteigen, denn am 16. Mai 2007 gab man nun endlich bekannt, noch im diesem Jahr einen eigenen Downloadshop für Lieder zu eröffnen.

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Zunächst soll dieser nur in den USA verfügbar sein, jedoch verzichte man bei den angebotenen Titeln dafür vollständig auf Kopierschutzmechanismen.

Für Amazon ist der geplante US-Shop zunächst eine Art Test und sollte dieser erfolgreich verlaufen, könne man sich auch ähnliche Download-Angebote auch in anderen Ländern vorstellen – konkrete Planungen dafür existieren dafür aber angeblich noch nicht.

Der Onlinehändler könnte sich dann mit seinem neuen Geschäftsmodell schnell erfolgreich auf dem Markt etablieren, schließlich besitzt man einen großen Kundenstamm, den man  auf der normalen Webseite sicherlich mit Sonderangeboten zum Kaufen von Musik erwägen kann. Das Potenzial, zum direkten iTunes-Konkurrenten zu avancieren, ist somit sicherlich vorhanden.

Der finanzielle Erfolg ist jedoch auch ohne den kommenden Downloadshop gegeben, erst im April hatte Amazon stark ansteigende Umsätze sowie Gewinne verkünden können.

Demnach werde der Umsatz im Jahr 2007 laut Amazon wohl bis zu 14 Milliarden und der operative Gewinn zwischen 463 und 594 Milliarden US-Dollar betragen.


Horst Köhlers Vorschlag auf dem Abstellgleis

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Sonntag 18 Januar 2009     Uhrzeit: 01:34          

Folgenden Artikel habe ich auf pamaxx.de am 25.07.2007 veröffentlicht.

 

Am 24. Juni hat Horst Köhler in Sabine Christiansens letzter Talkshowrunde vorgeschlagen, den Bundespräsidenten künftig vom Volk wählen zu lassen. Einige Medien feiern diesen Vorschlag gar als nahezu revolutionäres Novum, die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten scheint sich dagegen zu stemmen. Doch Köhler ist nicht der erste, der diese Möglichkeit der direkten Demokratie verwirklichen möchte.

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Bereits Johannes Rau hat im Herbst 2003 für die Direktwahl des höchsten Amtsträgers Deutschland plädiert, er konnte sich damals eine siebenjährige Legislaturperiode vorstellen. Der Vorschlag wurde zwar angeregt diskutiert, jedoch wurde am Ende kein konkretes Ergebnis festgehalten – und genau dies wird wohl auch in der aktuellen Debatte der Fall sein.

Zwar ließ die Bundesregierung durch einen Sprecher verkünden, dass jeder Denkanstoß von Horst Köhler wichtig sei, jedoch kann sich im Bundestag kaum einer eine Direktwahl vorstellen.

Laut Bundestagspräsident Norbert Lammert gäbe es „einen guten Grund, warum die Verfassungsväter die Wahl des Präsidenten durch die Bundesversammlung“ vorsehen, und auch SPD-Parteivorsitzender Kurt Beck stünde dem Vorschlag sehr distanziert gegenüber. Bei der Union fürchtet man gar eine  Machtverschiebung zu Gunsten des Staatsoberhauptes, sollte Köhlers Vorschlag in die Tat umgesetzt werden.

Einzig FDP und Die Linke sehen in der politischen Anregung viele Vorteile: zum Einen könne man so Bürger und Politik wieder einander näher bringen, zum Anderen sei es „sowieso ein Widerspruch, wenn ein parteiunabhängiges Amt parteipolitisch besetzt wird“.

 

Eine direkte Wahl des Bundespräsidenten durch die Bürger lässt einem neben all den der Für- und Gegenstimmen auch anderweitig nachdenklich werden: würden etwa beispielsweise die Grünen Joschka Fischer zur Wahl des Präsidenten aufstellen, wie Dr. Gerd Langguth in seinem Artikel für DER SPIEGEL sinniert? Oder entstünde gar eine Art zweiter Regierung, die sich ständig mit dem Kanzleramt sowie den Ministern um Kompetenzen streitet? Und darf sich jeder Deutsche zur Wahl aufstellen lassen?

Wie auch immer, zahlreiche Medien beschreiben den jüngsten Vorstoß Köhlers als Akt der Frustration. Zwar sei der Bundespräsident bei Bürgern und Politikern gleichermaßen beliebt, jedoch hält sich sein Handlungsspielraum deutlich in Grenzen. Allein durch Reden und kritisches Auftreten (z.B. bei der Unterzeichnung von Gesetzen) kann Horst Köhler geringen Einfluss auf das politische Tagesgeschehen nehmen – das war’s aber auch schon fast. Die Chancen auf eine verfassungsändernde Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag stehen laut Dr. Langguth sehr schlecht und auch in Zukunft dürften weitere Vorschläge dieser Art im Sand verlaufen.

 

Auf die Frage, ob sich das jetzige Staatsoberhaupt eine zweite Amtszeit vorstellen könne, antwortete Köhler mit „das ist nicht auszuschließen“. Endgültig entscheiden möchte er sich jedoch erst ein Jahr vor der Wahl.

 

Bilderquelle:  Journalistenservice von Bundestagspraesident.de


Wikipedia ist auch nur menschlich

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 18:00          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 14.04.2007 veröffentlicht.

„Das steht auf Wikipedia, das muss richtig sein!“. So oder so ähnlich denken weltweit Hundert Tausende von Menschen, die in regelmäßigen Abständen Informationen von Wikipedia beziehen. Das Prinzip der Informationsverifikation, also das Überprüfen eines Informationsgehalts auf seine Richtigkeit, entfällt dabei oft ganz. Somit bleibt Wikipedia bei vielen Benutzern als alleinige Wissensquelle, die dann – auch mit all seinen Fehlern – in die eigenen Werke implementiert wird.

 

Wollte man vor dem Zeitalter von Wikipedia und dem benutzerfreundlichen Internet für einen Aufsatz, eine wissenschaftliche Arbeit oder sonstige Werke recherchieren, blieb einem meist der Ganz zur örtlichen Bibliothek nicht erspart. Mühsam wurden die dicken Wälzer herausgesucht, und noch mühsamer war dann das eigentliche Finden der wichtigen Informationen.

Mit dem Internet sollte dies alles vorbei sein, schließlich können einfach Suchmaschinen wie Google oder Fireball aufgerufen und die gewünschten Informationen in Minutenschnelle gefunden werden. Dabei war man oft auch bemüht, gleich mehrere Webseiten zum Thema zu finden, schließlich musste doch überprüft werden, ob all die Texte mit ihren Daten und Fakten auch wirklich richtig sind. Die Gefahr, falsche Tatsachen in die eigenen Arbeiten einzubauen, ist durchaus vorhanden. Und mal ehrlich: Informationen in einer Arbeit, die nicht stimmen, sind doch fatal!

Parallel zur inhaltlichen Weiterentwicklung des Internets tauchen auch vermehrt Wissensdatenbanken auf, die sich nur der Sammlung und Bereitstellung von Informationen verschrieben haben. Diese Online-Enzyklopädien wurden meist – genauso wie die Printausgaben – von Experten verfasst. Somit konnte man zumindest guten Gewissens davon ausgehen, dass das hier bereit gestellte Wissen bereits verifiziert wurde und weiter verwendet werden kann.

Der aufkeimende Trend der Userbeteiligung an Onlineprojekten machte dann auch nicht vor der Idee von „Wikipedia“ halt, die sich in der uns heutigen bekannten Form (nach zahlreichen Vorläufern) seit 2001 online befindet. Ehrenamtliche Autoren stellen hier selbstständig Beiträge mit dem Anspruch eines professionellen Lexikoneintrages zu jedem nur erdenklichem Thema in Wikipedia ein.

Mit knapp 300.000 Mitwirkern (laut Wikipedia) und über 5 Millionen Einträgen (Stand: Februar 2007) ist das Projekt im Jahr 2007 zu dem größten Lexikon weltweit herangewachsen.

Die unglaubliche Menge an digitalen Texten ist mittlerweile so groß, dass eine manuelle qualitative Überprüfung des gesamten Bestandes unmöglich sein dürfte.

Und da ebenso Laien wie auch Experten Artikel einsenden, ist längst nicht jede Information auf Wikipedia mehrfach verifiziert und somit korrekt.

 

Wer dann Lexikoneinträge vom besagten Onlineprojekt in seine Arbeiten mit einbaut oder auch nur einige wenige Informationen daraus bezieht, muss damit rechnen, dass möglicherweise einige Daten unvollständig oder gar falsch sind.

Viel zu oft bedienen sich vor allem Schüler dieser Wissensdatenbank: sie rufen die Webseite auf, suchen den gewünschten Eintrag heraus und kopieren ihn meist in die Hausaufgaben oder Referate. Lehrer, die Wikipedia ebenfalls kennen, merken dann sofort, was hier los ist.

 

Viele Experten bezeichnen die Tatsache, dass sehr viele Personen ihre Daten nur von Wikipedia beziehen, als bedenklich. Die Webseiten des Projektes vermitteln durch die Gestaltung und Anzahl der Artikel einen professionellen Eindruck, welcher uninformierte User über mögliche Gefahren der Fehlinformation hinweg täuschen können.

Somit fällt es den Benutzern oft schwer, die Online-Enzyklopädie als Projekt mit Leienbeteiligung zu erkennen und entsprechend bei der Informationssuche vorzugehen.

Diese Dinge zeigen, dass Wikipedia auch nur menschlich ist. Was von so vielen Menschen erschaffen wird, beinhaltet ganz klar auch Fehler und zu einem geringen Teil sicherlich auch Spam sowie gezielte Desinformation. Es liegt wie so oft an dem Benutzer, sich selbstständig zu informieren und auch nach anderen Wissensquellen Ausschau zu halten.

Denn nur, wer sich möglichst viele Meinungen einholt, kann sich dann ein neutrales Gesamtbild schaffen – und nebenbei die „richtigsten“ Fakten herausfiltern.


WELT KOMPAKT noch im Winterschlaf?

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:58          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 20.02.2007 veröffentlicht.

Die WELT KOMPAKT beschreibt in der Ausgabe vom 20. Februar 2007 das Web 2.0 und die damit „neu“ auftretende Jugendbewegung der Onlinekreativität. Der Autor betont, dass der User seit kurzem nicht mehr nur stumpf Inhalte aus dem Internet herunterladen, sondern plötzlich auch eigene Dateien wie Videos oder Audioaufnahmen hochladen und Communities zur Verfügung stellen möchte. Der Trend der kreativen Userbeteiligung an Webseiten ist aber jedoch nicht erst einige Monate, sondern bereits mehrere Jahre alt. Ein kurzer Artikel über eine Zeitung, die sich diesbezüglich wohl noch im Winterschlaf befindet.

 

Vermehrt berichten digitale und Printmedien über ein neues World Wide Web, an dem sich nun auch einzelne Surfer kreativ an der Gestaltung von Onlineinhalten beteiligen, einige Experten titulieren dies gar als „eine richtige Jugendbewegung“. Dem aufmerksamen Beobachter ist aber klar, dass vermeintlich unbedeutende Webseitenbesucher bereits seit über 5 Jahren direkt an der Gestaltung des Aussehens und der Inhalte von Seiten beteiligt werden.

 

Besonders beliebt sind Diskussionsplattformen, bei denen die Nutzer direkt Texte veröffentlichen und somit für jede andere Person sichtbar machen können. Da mehrere Seiten eines Onlineprojektes meist via der Programmiersprache PHP und/oder mittels Datenbanken wie MySQL dynamisch verbunden sind, beeinflusst ein kleiner Post meist zahlreiche andere sich selbst aktualisierende Dokumente, was den User indirekt zum Mitgestalter werden lässt.

 

Neben diesen Plattformen gibt es natürlich noch zahlreiche Onlinegallerien, die durch jede neue Einsendung ihr Aussehen an die Bilder – und manchmal auch an den Bildinhalt selbst – anpassen. Auch hier beeinflusst der Nutzer durch den Upload eines Bildes die offene Gestaltung der Webseite – und ist somit kreativer Mitwirker.

 

In dem Artikel der WELT KOMPAKT wird all dies nicht erwähnt, hier beschränkt man sich auf die großen Portale wie Youtube oder Myspace, bei denen User Videos hochladen können. Diese Form der Selbstbeteiligung ist zwar freilich sehr intensiv, aber vom Prinzip her nicht neu. Bereits die letzten Jahre gab es immer wieder Projekte, bei denen der Surfer durch seine Einsendungen im Mittelpunkt stand, seien es Audio-, Video- oder Bilddateien.

 

Die WELT KOMPAKT hat den genannten Artikel auf der Startseite seiner Ausgabe 36/07 veröffentlicht und somit gezeigt, dass man selbst als gutes und aktuelles Medium (und auch trotz der kürzlich veröffentlichten Studien zum Thema) Trends um mehrere Jahre verschlafen kann.

 

Quelle:  WELT KOMPAKT, Ausgabe 36/07


Das Beste kommt zum Schluss

Kategorie: Filme & Bücher     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:56          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 10.02.2008 veröffentlicht.

Das Beste kommt zum Schluss (was für ein Titel…) weckte in mir keine Erwartungen, bevor ich ihn mir ansah. So kam es, dass ich mich auch nicht über den Film informiert habe, da ich den Schauspieler Jack Nicholson eh nicht leiden kann. The Bucket List (Originaltitel) konnte also gar nicht so gut sein, und als die erste halbe Stunde auch noch im Krankenhaus spielte, war bei mir die Stimmung sofort hinüber.

Dies änderte sich jedoch mit dem exponentiell zur Filmdauer ansteigenden Tiefgang, ich war eigentlich doch schnell vom Schicksal der zwei Männer ergriffen (wobei die von Morgan Freeman gespielte Figur deutlich mehr “Gefühle weckte”) , was widerum mein allgemeines Interesse in den Film steigerte. 

Den Ausschlag gab dann noch die Szene, in der der farbige Monteur in seinem Krankenbett eine Wunschliste aufstellt: “Was ich vor meinem Tod noch erleben möchte”. Man muss sich mal in diese Situation hinein versetzen, man weiß, dass man nur noch wenige Monate zum Leben hat und will die verbleibende Zeit möglichst sinnvoll nutzen. Da eine Wunschliste aufzustellen erfordert schon viel Mut und mentale Stärke.

Nun gut, der zweite Todgeweihte (im Übrigen ein sehr reicher Mann, dem auch noch das Krankenhaus gehört, in dem er momentan residiert) lässt sich von dieser Idee anstecken und ergänzt die Liste. Am Anfang des Films waren die zwei Figuren noch so unterschiedlich, durch diese neue Gemeinsamkeit jedoch finden sich zwei echte Freunde, die zusammen die letzten Momente verbrinen und jede Menge Spaß haben.

Ergreifend, einiges an Tiefgang, fesselnd und rührend. Freeman spielt den nahezu mittellosen Mechaniker sehr gut, Nicholson liefert eine ähnlich gute Leistung. Alles in Allem kommt dann noch durch die Story an sich ein Werk zu Stande, welches später in keiner DVD-Sammlung fehlen sollte. Schade ist nur, dass man sich solche Filme eigentlich nur einmal ansehen kann, da die Wirkung des Films natürlich am stärksten einsetzt, wenn man sich das Werk zum ersten Mal zu Gemüte führt und gar nicht weiß, was auf einen zukommt.

 

Englischer Originaltitel:  The Bucket List

Veröffentlichung:  Dezember 2007 (USA)

Link zur Webseite:  http://thebucketlist.warnerbros.com

Link zum IMDB-Eintrag: http://imdb.com/title/tt0825232/

Meine Bewertung:  8,5 von 10 Sternen


Angesehen: Next mit Nicolas Cage und Jessica Biel

Kategorie: Filme & Bücher     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:53          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 02.07.2007 veröffentlicht.

Mit „Next“ kommt am 19. Juli in Deutschland ein typischer Nicolas Cage Film in die Kinos. Die Story, beteiligten Schauspieler und Mitarbeiter versprechen einen guten Misch aus Action, Thriller und Science-Fiction – doch kann man damit überhaupt Zuschauer anlocken, wenn zur gleichen Zeit Bruce Willis mit „Stirb langsam 4.0“ in den Kinos wütet?

 

In vielen Ländern lief „Next“ bereits im April oder Mai an, dabei ergab sich auch für uns (im wohlverdienten Urlaub) die Gelegenheit, den Film in englischer Sprache zu sehen. Doch zunächst mal zur Handlung:

 

Ein Zauberkünstler, bekannt unter dem Pseudonym Frank Cadillac (Nicolas Cage), treibt in Las Vegas sein Unwesen und so manches Kasino-Sicherheitspersonal in den Wahnsinn. Denn hinter der Magier-Maske steckt ein Talent, welches Frank Cadillac bis zu zwei Minuten in seine eigene Zukunft sehen lässt. So weiß er bereits im Voraus, wie die Karten liegen und die ihn umgebenden Menschen handeln werden – und entkommt auf diesem Wege gleich zu Beginn des Filmes dem Sicherheitsbeauftragten einer großen Spielhölle und somit auch jeder Menge Ärger. Wer würde denn schon jemanden glauben, der viel an den Spieltischen gewinnt und dies dann mit einer hellseherischen Gabe erklärt?

 

Diese Fähigkeiten bleiben aber auch von dem FBI nicht unentdeckt, schließlich ergibt sich doch ein riesiges Potential aus den Fähigkeiten des Künstlers. Man erhofft sich von ihm, dass er das Ziel eines fest geplanten Nuklear-Anschlags auf eine US-amerikanische Stadt bereits im Vorhinein sehen und mit der Hilfe mehrerer Behörden sogar beschützen kann.

 

Doch Cris Johnson, so der bürgerliche Name von F. Cadillac, verweigert seine Hilfe, schließlich kann er nur seine eigene unmittelbare Zukunft erahnen, was er dem FBI-Personal aber nicht glaubhaft vermitteln kann. So kommt es, dass das FBI Johnson jagt und notfalls auch gewaltsam dazu bringen will, das Leben von ca. 8 Millionen amerikanischen Einwohnern zu retten.

 

Der Zauberkünstler kann aber neben den zwei Minuten auch andere, besondere Dinge in der Zukunft sehen: so hat er bereits sein ganzes Leben lang Elizabeth ‚Liz’ Cooper (Jessica Biel) in ein bestimmtes Restaurant gehen sehen. Von Anfang an hielt er sie für „die Eine“ und sitzt jeden Abend in dem besagten Gastronomiebetrieb – in der Hoffnung, seine Traumfrau zu treffen.

 

Nach einigen Jahren ist es nun soweit und dank seiner hellseherischen Gabe kennt er auch ganz genau die Auswirkungen, wenn er sie anspricht. Durch mehr oder weniger schlechte Schauspielerische Leistung gelingt es Chris Johnson, sich eine Mitfahrgelegenheit bei der jungen Dame zu erschleichen. Gemeinsam fahren Sie, auf Grund einer Straßensperrung,  zu einem Hotel, welches mitten in der trockenen Provinz liegt. Dort kommen sich die beiden näher und teilen sich neben dem Essen auch das Bett im Appartement. Am Morgen darauf geht Liz Frühstück einkaufen und wird, genau 2 Minuten vor dem Betreten des Hotels, von Agenten des FBIs aufgehalten. Ihr wird ein Video vorgespielt, welches Chris in einer unglücklichen Szene zeigt, die der jungen Frau als Straftat näher gebracht wird. Sie lässt sich, so glaubt zumindest die Bundesbehörde, von der Schuld ihres Partners überzeugen und verspricht Chris Johnson mit einer Arznei zu betäuben, damit er sicher in Gewahrsam genommen werden kann.

 

Im letzten Moment entscheidet sich Elizabeth jedoch dagegen und teilt, emotional aufgewühlt, Johnson mit, was sie ursprünglich machen sollte.

 

Auf diesem Wege entwickelt sich eine spannende Handlung, die sich bis kurz vor Schluss hinzieht: Johnson versucht zu fliehen, wird aber gefangen genommen und arbeitet dann (eher gegen seinen Willen) eng mit den staatlichen Behörden zusammen, wobei seine neue Traumfrau, ebenfalls nun auf der Flucht,  von den gleichen Terroristen gefangen genommen wird, welche auch den Anschlag verüben wollen.

 

Der terroristische Akt kann jedoch selbst mit der Hilfe des talentierten Chris Johnsons nicht verhindert werden – bis dem Zuschauer klar wird, dass die letzten Ereignisse nur eine weitere Version waren, die der schon in die Jahre gekommene Mann hatte, als er noch mit Liz im Bett lag.

 

An dieser Stelle beschließt er, die Zukunft zu ändern und von Anfang an mit dem FBI zusammen zu arbeiten – in der Hoffnung, Elizabeth aus allem herauszuhalten und den Anschlag verhindern zu können.

 

Fazit

Wie bereits zu Beginn erwähnt, handelt es sich um einen typischen Nicolas Cage Film. Alles ist mehr oder weniger auf ihn ausgerichtet und der gesamte Film profitiert von seiner Erfahrung und seinem schauspielerischen Können. Die Action-Szenen sind gelungen und, das muss ich nun doch zugeben, sogar teilweise ziemlich cool. Ähnlich wie in Matrix ahnt der Zauberkünstler die Flugbahnen diverser Projektile voraus und weicht ihnen aus. Auch die Special-Effects kommen glaubhaft rüber. Die Spannung zieht sich dabei von Anfang bis Ende durch, auch wenn man das Ende schon in der Mitte des Filmes abzusehen ist.

Die anderen Schauspieler stehen bei der Dominanz von Nicolas Cage leider jedoch ein wenig im Hintergrund, selbst Jessica Biels Rolle (die eigentlich sehr viel Einfluss auf Frank Cadillac ausübt) verkommt nur zu einer „besseren Nebenrolle“. Man könnte „Next“ also auch als Präsentation von Nicolas Cage und der Story sehen und weniger als gelungenen Action-Kracher.

Trotz allem ist „Next“ ein wirklich guter Film, den sich jeder Fan von Action-Movies mit Science-Fiction Elementen getrost ansehen kann.

 

 Wertung:  82 Prozent


Filesharing, Kino, Millionenverluste: Wie geht es weiter?

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:49          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 22.09.2007 veröffentlicht.

Die Filmindustrie beklagt jedes Jahr millionenschwere Verluste im Verkaufsgeschäft,  angeblich niedrige Kinobesucherzahlen und macht die Ursache an den Tauschbörsen fest. Gemeinsam versucht man gleichzeitig mittels digitaler Technik den eigenen Filmen Wasserzeichen zu verpassen, so dass illegale Kopien der Filme aus dem Internet später konkreten Institutionen oder Personen zugeordnet werden können. Doch in dem Feldzug gegen den P2P-Softwarenutzer wird anscheinend eines vergessen: Man könnte dem Dilemma selbst ein Ende setzen.

 

Kein Monat vergeht, in dem sich nicht ein Verantwortlicher aus der Filmindustrie meldet und seiner Wut gegen illegales Filmtauschen im Internet freien Lauf lässt. Hoch sei der Schaden für die Produktionsfirmen, die Folge seien langfristig weniger Filme bei sinkender Qualität, weniger teure Special Effects und schlechtere Bezahlung für die Schauspieler.

Einfach ist es dann, die Ursache an den Tauschbörsen fest zu machen. Längst sucht man händeringend nach neuen Technologien, um die Verbreitung der Filme zu unterbinden oder um zumindest herauszufinden, wer denn die illegale Kopie online gestellt hat. So kommt es, dass man andere Gesichtspunkte erst gar nicht betrachtet.

Könnte das immer geringer werdende Interesse am Kino nicht auch an den Home Cinema Anlagen oder den Riesenfernsehern liegen, die jedem normalen Menschen schon zu Hause ein Kino-Feeling ermöglichen?

Oder fehlen vielleicht einfach nur neue Blockbuster, die selbst Ausgehmuffel in die Säle locken?

 

Es gibt bereits Vorschläge, wie man zumindest wieder mehr Profit aus neuen Hollywoodstreifen rausholen könnte. Zum Einen wäre es denkbar, die DVD Fassungen der Filme nur 4 Wochen nach dem Kinostart auf den Markt zu schmeissen, zum Anderen könnte man die Streifen parallel zum regionalen oder weltweiten Kinostart auch im Internet vertreiben. Mit der Musik klappt es seit Jahren, wie iTunes und co beweisen, warum nicht also auch mit begehrten Filmen?

Solange die Streifen erschwinglich sind und in guter Qualität vorliegen, dürfte man die zugehörigen Tauschbörsenaktivitäten sehr stark reduzieren können. Umfragen haben ergeben, dass viele Menschen bereit wären, einen Film online anzusehen, wenn der Preis bei ca. 5 Euro liegt und man ihn auch herunter laden könnte.

Auf Seiten der großen Studios ist jedoch die Sorge groß, dass die kommerzielle Verbreitung gleichzeitig die illegal via Tauschsoftware fördert, schließlich sei es dann noch einfacher, digitale Kopien in das Netz zu stellen. Eine Lösung für dieses Problem könnte dann vielleicht ein eigenes Format sein, welches sich nur mit bestimmter Software abspielen lässt und eine Verifizierung des Nutzers verlangt. Zwar wird man dies sicherlich irgendwie umgehen können, aber diese Gefahr besteht wohl bei jedem digitalen Schutzsystem.

 

Die Filmindustrie hat also die Möglichkeiten, sich selbst aus dem „Schlamassel“ zu ziehen – sie muss diese nur nutzen.


Telefon-Vorratsdatenspeicherung in Deutschland

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:47          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 18.04.2007 veröffentlicht.

Das Kabinett hat am 18. April dem Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung zugestimmt. Von nun an werden von jedem Telefongespräch die Teilnehmer sowie deren Standorte (auch bei Mobilfunkgesprächen) für sechs Monate bei den Providern abgespeichert.

Dies geschieht in jedem Fall, ganz egal ob ein Verdacht auf eine Straftat besteht, oder nicht.

 

 Mit Hilfe der erfassten Daten könnten theoretisch umfangreiche Bewegungsprofile erstellt, bestimmte Kontakte rekonstruiert oder freundschaftliche Beziehung nachgewiesen werden. Der Bürger wird dadurch gläsern wie nie zu vor – und dies alles aus Gründen der Rechtssicherheit.

Zwar bleibt der Inhalt der Gespräche geheim, jedoch wird durch dieses Gesetz die Privatsphäre der Bürger massiv verletzt. Bisher war es so, dass man sich an Anwälte, Ärzte, Psychologen und andere Personen seines Vertrauens wenden konnte, ohne dass der Staat etwas davon mitbekommt. Mit den neuen Regelungen jedoch könnte man schnell nachvollziehen, wann sich wer mit wem in Verbindung gesetzt hat. Das Prinzip der 100 %igen Vertraulichkeit gilt nun nicht mehr.

Das oft genannte Argument, schnell nachvollziehen zu können, wenn Kriminelle oder Terroristen miteinander kommunizieren, ist hier nicht korrekt. Dank günstiger und leicht verfügbarer Simkarten für Handys werden die Telefonnummern oftmals täglich gewechselt. Was nützt dann noch die Überwachung, wenn man gar nicht weiss, wer wirklich hinter dem Telefon steckt?

Weiterhin kommt hinzu, dass jediglich die Nutzer von Telefonen und E-Mails überwacht werden. Was ist mit den Leuten, die chatten oder sich Briefe schreiben? Oder mit Hobbyfunkern?

Die damit verbundene Diskriminierung von Telefon- und E-Mailusern ist meiner Meinung nach völlig sinnfrei und überflüssig.

Die Überwachung des Einzelnen erreicht in diesen Tagen neue Dimensionen: zum einen werden die Provider viel Geld ausgeben müssen (die erhöhten Ausgaben dürften vor allem die Verbraucher zu spüren bekommen) , um all die Daten speichern zu können, zum anderen wird im Prinzip gegen das Menschenrecht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung verstoßen.

 

Vielen Dank auch!

 

Quellen:  spiegel.de, vorratsdatenspeicherung.de


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