Horst Köhlers Vorschlag auf dem Abstellgleis

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Sonntag 18 Januar 2009     Uhrzeit: 01:34          

Folgenden Artikel habe ich auf pamaxx.de am 25.07.2007 veröffentlicht.

 

Am 24. Juni hat Horst Köhler in Sabine Christiansens letzter Talkshowrunde vorgeschlagen, den Bundespräsidenten künftig vom Volk wählen zu lassen. Einige Medien feiern diesen Vorschlag gar als nahezu revolutionäres Novum, die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten scheint sich dagegen zu stemmen. Doch Köhler ist nicht der erste, der diese Möglichkeit der direkten Demokratie verwirklichen möchte.

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Bereits Johannes Rau hat im Herbst 2003 für die Direktwahl des höchsten Amtsträgers Deutschland plädiert, er konnte sich damals eine siebenjährige Legislaturperiode vorstellen. Der Vorschlag wurde zwar angeregt diskutiert, jedoch wurde am Ende kein konkretes Ergebnis festgehalten – und genau dies wird wohl auch in der aktuellen Debatte der Fall sein.

Zwar ließ die Bundesregierung durch einen Sprecher verkünden, dass jeder Denkanstoß von Horst Köhler wichtig sei, jedoch kann sich im Bundestag kaum einer eine Direktwahl vorstellen.

Laut Bundestagspräsident Norbert Lammert gäbe es „einen guten Grund, warum die Verfassungsväter die Wahl des Präsidenten durch die Bundesversammlung“ vorsehen, und auch SPD-Parteivorsitzender Kurt Beck stünde dem Vorschlag sehr distanziert gegenüber. Bei der Union fürchtet man gar eine  Machtverschiebung zu Gunsten des Staatsoberhauptes, sollte Köhlers Vorschlag in die Tat umgesetzt werden.

Einzig FDP und Die Linke sehen in der politischen Anregung viele Vorteile: zum Einen könne man so Bürger und Politik wieder einander näher bringen, zum Anderen sei es „sowieso ein Widerspruch, wenn ein parteiunabhängiges Amt parteipolitisch besetzt wird“.

 

Eine direkte Wahl des Bundespräsidenten durch die Bürger lässt einem neben all den der Für- und Gegenstimmen auch anderweitig nachdenklich werden: würden etwa beispielsweise die Grünen Joschka Fischer zur Wahl des Präsidenten aufstellen, wie Dr. Gerd Langguth in seinem Artikel für DER SPIEGEL sinniert? Oder entstünde gar eine Art zweiter Regierung, die sich ständig mit dem Kanzleramt sowie den Ministern um Kompetenzen streitet? Und darf sich jeder Deutsche zur Wahl aufstellen lassen?

Wie auch immer, zahlreiche Medien beschreiben den jüngsten Vorstoß Köhlers als Akt der Frustration. Zwar sei der Bundespräsident bei Bürgern und Politikern gleichermaßen beliebt, jedoch hält sich sein Handlungsspielraum deutlich in Grenzen. Allein durch Reden und kritisches Auftreten (z.B. bei der Unterzeichnung von Gesetzen) kann Horst Köhler geringen Einfluss auf das politische Tagesgeschehen nehmen – das war’s aber auch schon fast. Die Chancen auf eine verfassungsändernde Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag stehen laut Dr. Langguth sehr schlecht und auch in Zukunft dürften weitere Vorschläge dieser Art im Sand verlaufen.

 

Auf die Frage, ob sich das jetzige Staatsoberhaupt eine zweite Amtszeit vorstellen könne, antwortete Köhler mit „das ist nicht auszuschließen“. Endgültig entscheiden möchte er sich jedoch erst ein Jahr vor der Wahl.

 

Bilderquelle:  Journalistenservice von Bundestagspraesident.de


Wikipedia ist auch nur menschlich

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 18:00          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 14.04.2007 veröffentlicht.

„Das steht auf Wikipedia, das muss richtig sein!“. So oder so ähnlich denken weltweit Hundert Tausende von Menschen, die in regelmäßigen Abständen Informationen von Wikipedia beziehen. Das Prinzip der Informationsverifikation, also das Überprüfen eines Informationsgehalts auf seine Richtigkeit, entfällt dabei oft ganz. Somit bleibt Wikipedia bei vielen Benutzern als alleinige Wissensquelle, die dann – auch mit all seinen Fehlern – in die eigenen Werke implementiert wird.

 

Wollte man vor dem Zeitalter von Wikipedia und dem benutzerfreundlichen Internet für einen Aufsatz, eine wissenschaftliche Arbeit oder sonstige Werke recherchieren, blieb einem meist der Ganz zur örtlichen Bibliothek nicht erspart. Mühsam wurden die dicken Wälzer herausgesucht, und noch mühsamer war dann das eigentliche Finden der wichtigen Informationen.

Mit dem Internet sollte dies alles vorbei sein, schließlich können einfach Suchmaschinen wie Google oder Fireball aufgerufen und die gewünschten Informationen in Minutenschnelle gefunden werden. Dabei war man oft auch bemüht, gleich mehrere Webseiten zum Thema zu finden, schließlich musste doch überprüft werden, ob all die Texte mit ihren Daten und Fakten auch wirklich richtig sind. Die Gefahr, falsche Tatsachen in die eigenen Arbeiten einzubauen, ist durchaus vorhanden. Und mal ehrlich: Informationen in einer Arbeit, die nicht stimmen, sind doch fatal!

Parallel zur inhaltlichen Weiterentwicklung des Internets tauchen auch vermehrt Wissensdatenbanken auf, die sich nur der Sammlung und Bereitstellung von Informationen verschrieben haben. Diese Online-Enzyklopädien wurden meist – genauso wie die Printausgaben – von Experten verfasst. Somit konnte man zumindest guten Gewissens davon ausgehen, dass das hier bereit gestellte Wissen bereits verifiziert wurde und weiter verwendet werden kann.

Der aufkeimende Trend der Userbeteiligung an Onlineprojekten machte dann auch nicht vor der Idee von „Wikipedia“ halt, die sich in der uns heutigen bekannten Form (nach zahlreichen Vorläufern) seit 2001 online befindet. Ehrenamtliche Autoren stellen hier selbstständig Beiträge mit dem Anspruch eines professionellen Lexikoneintrages zu jedem nur erdenklichem Thema in Wikipedia ein.

Mit knapp 300.000 Mitwirkern (laut Wikipedia) und über 5 Millionen Einträgen (Stand: Februar 2007) ist das Projekt im Jahr 2007 zu dem größten Lexikon weltweit herangewachsen.

Die unglaubliche Menge an digitalen Texten ist mittlerweile so groß, dass eine manuelle qualitative Überprüfung des gesamten Bestandes unmöglich sein dürfte.

Und da ebenso Laien wie auch Experten Artikel einsenden, ist längst nicht jede Information auf Wikipedia mehrfach verifiziert und somit korrekt.

 

Wer dann Lexikoneinträge vom besagten Onlineprojekt in seine Arbeiten mit einbaut oder auch nur einige wenige Informationen daraus bezieht, muss damit rechnen, dass möglicherweise einige Daten unvollständig oder gar falsch sind.

Viel zu oft bedienen sich vor allem Schüler dieser Wissensdatenbank: sie rufen die Webseite auf, suchen den gewünschten Eintrag heraus und kopieren ihn meist in die Hausaufgaben oder Referate. Lehrer, die Wikipedia ebenfalls kennen, merken dann sofort, was hier los ist.

 

Viele Experten bezeichnen die Tatsache, dass sehr viele Personen ihre Daten nur von Wikipedia beziehen, als bedenklich. Die Webseiten des Projektes vermitteln durch die Gestaltung und Anzahl der Artikel einen professionellen Eindruck, welcher uninformierte User über mögliche Gefahren der Fehlinformation hinweg täuschen können.

Somit fällt es den Benutzern oft schwer, die Online-Enzyklopädie als Projekt mit Leienbeteiligung zu erkennen und entsprechend bei der Informationssuche vorzugehen.

Diese Dinge zeigen, dass Wikipedia auch nur menschlich ist. Was von so vielen Menschen erschaffen wird, beinhaltet ganz klar auch Fehler und zu einem geringen Teil sicherlich auch Spam sowie gezielte Desinformation. Es liegt wie so oft an dem Benutzer, sich selbstständig zu informieren und auch nach anderen Wissensquellen Ausschau zu halten.

Denn nur, wer sich möglichst viele Meinungen einholt, kann sich dann ein neutrales Gesamtbild schaffen – und nebenbei die „richtigsten“ Fakten herausfiltern.


WELT KOMPAKT noch im Winterschlaf?

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:58          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 20.02.2007 veröffentlicht.

Die WELT KOMPAKT beschreibt in der Ausgabe vom 20. Februar 2007 das Web 2.0 und die damit „neu“ auftretende Jugendbewegung der Onlinekreativität. Der Autor betont, dass der User seit kurzem nicht mehr nur stumpf Inhalte aus dem Internet herunterladen, sondern plötzlich auch eigene Dateien wie Videos oder Audioaufnahmen hochladen und Communities zur Verfügung stellen möchte. Der Trend der kreativen Userbeteiligung an Webseiten ist aber jedoch nicht erst einige Monate, sondern bereits mehrere Jahre alt. Ein kurzer Artikel über eine Zeitung, die sich diesbezüglich wohl noch im Winterschlaf befindet.

 

Vermehrt berichten digitale und Printmedien über ein neues World Wide Web, an dem sich nun auch einzelne Surfer kreativ an der Gestaltung von Onlineinhalten beteiligen, einige Experten titulieren dies gar als „eine richtige Jugendbewegung“. Dem aufmerksamen Beobachter ist aber klar, dass vermeintlich unbedeutende Webseitenbesucher bereits seit über 5 Jahren direkt an der Gestaltung des Aussehens und der Inhalte von Seiten beteiligt werden.

 

Besonders beliebt sind Diskussionsplattformen, bei denen die Nutzer direkt Texte veröffentlichen und somit für jede andere Person sichtbar machen können. Da mehrere Seiten eines Onlineprojektes meist via der Programmiersprache PHP und/oder mittels Datenbanken wie MySQL dynamisch verbunden sind, beeinflusst ein kleiner Post meist zahlreiche andere sich selbst aktualisierende Dokumente, was den User indirekt zum Mitgestalter werden lässt.

 

Neben diesen Plattformen gibt es natürlich noch zahlreiche Onlinegallerien, die durch jede neue Einsendung ihr Aussehen an die Bilder – und manchmal auch an den Bildinhalt selbst – anpassen. Auch hier beeinflusst der Nutzer durch den Upload eines Bildes die offene Gestaltung der Webseite – und ist somit kreativer Mitwirker.

 

In dem Artikel der WELT KOMPAKT wird all dies nicht erwähnt, hier beschränkt man sich auf die großen Portale wie Youtube oder Myspace, bei denen User Videos hochladen können. Diese Form der Selbstbeteiligung ist zwar freilich sehr intensiv, aber vom Prinzip her nicht neu. Bereits die letzten Jahre gab es immer wieder Projekte, bei denen der Surfer durch seine Einsendungen im Mittelpunkt stand, seien es Audio-, Video- oder Bilddateien.

 

Die WELT KOMPAKT hat den genannten Artikel auf der Startseite seiner Ausgabe 36/07 veröffentlicht und somit gezeigt, dass man selbst als gutes und aktuelles Medium (und auch trotz der kürzlich veröffentlichten Studien zum Thema) Trends um mehrere Jahre verschlafen kann.

 

Quelle:  WELT KOMPAKT, Ausgabe 36/07


Filesharing, Kino, Millionenverluste: Wie geht es weiter?

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:49          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 22.09.2007 veröffentlicht.

Die Filmindustrie beklagt jedes Jahr millionenschwere Verluste im Verkaufsgeschäft,  angeblich niedrige Kinobesucherzahlen und macht die Ursache an den Tauschbörsen fest. Gemeinsam versucht man gleichzeitig mittels digitaler Technik den eigenen Filmen Wasserzeichen zu verpassen, so dass illegale Kopien der Filme aus dem Internet später konkreten Institutionen oder Personen zugeordnet werden können. Doch in dem Feldzug gegen den P2P-Softwarenutzer wird anscheinend eines vergessen: Man könnte dem Dilemma selbst ein Ende setzen.

 

Kein Monat vergeht, in dem sich nicht ein Verantwortlicher aus der Filmindustrie meldet und seiner Wut gegen illegales Filmtauschen im Internet freien Lauf lässt. Hoch sei der Schaden für die Produktionsfirmen, die Folge seien langfristig weniger Filme bei sinkender Qualität, weniger teure Special Effects und schlechtere Bezahlung für die Schauspieler.

Einfach ist es dann, die Ursache an den Tauschbörsen fest zu machen. Längst sucht man händeringend nach neuen Technologien, um die Verbreitung der Filme zu unterbinden oder um zumindest herauszufinden, wer denn die illegale Kopie online gestellt hat. So kommt es, dass man andere Gesichtspunkte erst gar nicht betrachtet.

Könnte das immer geringer werdende Interesse am Kino nicht auch an den Home Cinema Anlagen oder den Riesenfernsehern liegen, die jedem normalen Menschen schon zu Hause ein Kino-Feeling ermöglichen?

Oder fehlen vielleicht einfach nur neue Blockbuster, die selbst Ausgehmuffel in die Säle locken?

 

Es gibt bereits Vorschläge, wie man zumindest wieder mehr Profit aus neuen Hollywoodstreifen rausholen könnte. Zum Einen wäre es denkbar, die DVD Fassungen der Filme nur 4 Wochen nach dem Kinostart auf den Markt zu schmeissen, zum Anderen könnte man die Streifen parallel zum regionalen oder weltweiten Kinostart auch im Internet vertreiben. Mit der Musik klappt es seit Jahren, wie iTunes und co beweisen, warum nicht also auch mit begehrten Filmen?

Solange die Streifen erschwinglich sind und in guter Qualität vorliegen, dürfte man die zugehörigen Tauschbörsenaktivitäten sehr stark reduzieren können. Umfragen haben ergeben, dass viele Menschen bereit wären, einen Film online anzusehen, wenn der Preis bei ca. 5 Euro liegt und man ihn auch herunter laden könnte.

Auf Seiten der großen Studios ist jedoch die Sorge groß, dass die kommerzielle Verbreitung gleichzeitig die illegal via Tauschsoftware fördert, schließlich sei es dann noch einfacher, digitale Kopien in das Netz zu stellen. Eine Lösung für dieses Problem könnte dann vielleicht ein eigenes Format sein, welches sich nur mit bestimmter Software abspielen lässt und eine Verifizierung des Nutzers verlangt. Zwar wird man dies sicherlich irgendwie umgehen können, aber diese Gefahr besteht wohl bei jedem digitalen Schutzsystem.

 

Die Filmindustrie hat also die Möglichkeiten, sich selbst aus dem „Schlamassel“ zu ziehen – sie muss diese nur nutzen.


Telefon-Vorratsdatenspeicherung in Deutschland

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:47          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 18.04.2007 veröffentlicht.

Das Kabinett hat am 18. April dem Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung zugestimmt. Von nun an werden von jedem Telefongespräch die Teilnehmer sowie deren Standorte (auch bei Mobilfunkgesprächen) für sechs Monate bei den Providern abgespeichert.

Dies geschieht in jedem Fall, ganz egal ob ein Verdacht auf eine Straftat besteht, oder nicht.

 

 Mit Hilfe der erfassten Daten könnten theoretisch umfangreiche Bewegungsprofile erstellt, bestimmte Kontakte rekonstruiert oder freundschaftliche Beziehung nachgewiesen werden. Der Bürger wird dadurch gläsern wie nie zu vor – und dies alles aus Gründen der Rechtssicherheit.

Zwar bleibt der Inhalt der Gespräche geheim, jedoch wird durch dieses Gesetz die Privatsphäre der Bürger massiv verletzt. Bisher war es so, dass man sich an Anwälte, Ärzte, Psychologen und andere Personen seines Vertrauens wenden konnte, ohne dass der Staat etwas davon mitbekommt. Mit den neuen Regelungen jedoch könnte man schnell nachvollziehen, wann sich wer mit wem in Verbindung gesetzt hat. Das Prinzip der 100 %igen Vertraulichkeit gilt nun nicht mehr.

Das oft genannte Argument, schnell nachvollziehen zu können, wenn Kriminelle oder Terroristen miteinander kommunizieren, ist hier nicht korrekt. Dank günstiger und leicht verfügbarer Simkarten für Handys werden die Telefonnummern oftmals täglich gewechselt. Was nützt dann noch die Überwachung, wenn man gar nicht weiss, wer wirklich hinter dem Telefon steckt?

Weiterhin kommt hinzu, dass jediglich die Nutzer von Telefonen und E-Mails überwacht werden. Was ist mit den Leuten, die chatten oder sich Briefe schreiben? Oder mit Hobbyfunkern?

Die damit verbundene Diskriminierung von Telefon- und E-Mailusern ist meiner Meinung nach völlig sinnfrei und überflüssig.

Die Überwachung des Einzelnen erreicht in diesen Tagen neue Dimensionen: zum einen werden die Provider viel Geld ausgeben müssen (die erhöhten Ausgaben dürften vor allem die Verbraucher zu spüren bekommen) , um all die Daten speichern zu können, zum anderen wird im Prinzip gegen das Menschenrecht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung verstoßen.

 

Vielen Dank auch!

 

Quellen:  spiegel.de, vorratsdatenspeicherung.de


Wiederholt die wiederholt zusammengefassten Wiederholungen!

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:45          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 14.09.2007 veröffentlicht.

Vor ca vier Jahren ist in Deutschland ein regelrechter Doku-Wahn ausgebrochen: Die Fernsehsender nahmen auf einmal immer mehr Dokumentationen in ihr TV-Programm auf, einige solcher Filme schafften es gar in die Kinos und einschlägige Tauschbörsen verzeichneten Rekord-Downloadwerte, wenn neue Beiträge zum Download frei gegeben wurden. Kein Wunder, sind Dokumentationen teilweise höchst interessant und schaffen es – auch ohne ein Gefühl der Langeweile wie bei so manchem Schullehrer – in kurzen Zeiträumen viele Informationen im eigenen Kopf unter zubringen.

Mittlerweile sind in der deutschen Fernsehlandschaft auf über 70 Prozent der Kanäle Dokus nicht mehr wegzudenken, besonders N24 und die Öffentlich-Rechtlichen gestalten einen größeren Teil des Tagesablaufes mit diesen informativen Beiträgen.

Doch man kann es auch übertreiben, wie es am Beispiel von N24 und Pro7 zu sehen ist. Ich habe eine bestimmte Dokumentation über Schwertransporte (irgendwelche Objekte werden von A nach B transportiert) spät abends auf N24 gesehen. Und natürlich kam die Wiederholung keine drei Stunden später, direkt nach dem Beitrag über Kampfjets – was für eine Abwechslung!

Wie es der Zufall so wollte, schaute ich ca eine Woche später die abendliche Sendung Galileo auf Pro7, und siehe da, die gleiche Dokumentation wurde noch einmal zusammengefasst als Clip in die Sendung eingebunden.

Nachdem ich also dreimal innerhalb von sieben Tagen denselben Beitrag auf zwei verschiedenen Sendern gesehen habe, begann ich, auch nach anderen Wiederholungen dieser Art Ausschau zu halten. So kam es, dass ich einen dokumentarischen Film über „trähndige Auto-Tjuhner“ wieder einmal erst auf N24, am darauf folgenden Tag wieder bei N24 und einige Tage später schließlich auch auf Pro7 sah – ach ja, und einige Tage später erneut auf N24. Zusätzlich waren einige Ausschnitte dieser Dokumentation auch bei den Magazinen Bizz und Focus TV zu sehen.

Da stellt sich mir berechtigter Weise die Frage, ob diese häufigen Wiederholungen auf fehlende TV-Inhalte zurück zu führen sind.

Fällt den Sendern nichts anderes mehr ein, als ständig die alten gleichen Dokus zu senden (im Übrigen habe ich die Schwertransporterdokumentation kürzlich erneut gesehen, und zwar auf einem anderen Fernsehsender) und deren Inhalte teilweise sogar als „neuen Trend“ zu deklarieren, obwohl der Filmbeitrag bereits einige Monate zuvor ausgestrahlt wurde?

Ich für meinen Teil habe genug davon, das Fernsehen macht seit „Surviver!“ oder 500.000 Folgen GZSZ, dutzenden Richter- und Talkshows sowie einer neuen Staffel Popstars eh keinen Sinn mehr. Es wird Zeit, dass die Amerikaner ein neues Format erfinden, welches dann von unseren Sendern abgekupfert werden kann – so kommt wenigstens ein bisschen Abwechslung ins Programm.


Die ergrauten Urheberrechte und die Realität im Jahr 2007

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:44          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 04.04.2007 veröffentlicht.

Urheberrechte gibt es bereits seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts, schon damals  ließ sich beispielsweise Albrecht Dürer die einmaligen Rechte an seinen Werken sichern. Niemand durfte in absehbarer Zeit Kopien der Bücher anfertigen und verbreiten – es sei denn, der Verfasser erlaubte es ausdrücklich.

Im 21. Jahrhundert gibt es diese Rechte noch immer, wobei im Allgemeinen zwischen dem US-amerikanischen  „Copyright“ und den jeweiligen staatenabhängigen Urheberrechten unterschieden wird. Die Idee, sich sein eigenes geistiges Eigentum sichern zu lassen, dient dabei vor allem ökonomischen Interessen.

Doch in den Zeiten des Web 2.0 und den damit verbundenen Portalen wie YouTube oder zahlreichen mit Passwörtern geschützten Zugangsbereichen stellt sich die Frage, ob sich solche Rechte überhaupt erfolgreich durchsetzen lassen. Ist das Reglement noch zeitgemäß?

 

Im Oktober 2006 übernahm der Suchmaschinenbetreiber Google die Videoplattform YouTube und heimste sich somit auch gleichzeitig zahlreiche Beschwerden seitens verschiedener Konzerne ein. Fragwürdige und besonders uhrheberrechtlich geschützte Inhalte sollen laut den Forderungen so schnell wie möglich von der Webseite verschwinden, schließlich bekämen die Produzenten der Videos meist keinen Cent für die dortige Veröffentlichung.

Die pure Menge an online gestellten Videos ist Kapital der übernommenen Firma und Konfliktquelle zugleich: Einerseits lebt die Webseite von den zahlreichen Einsendungen der registrierten Benutzer, andererseits sind viele der Inhalte lizenzierungspflichtig und müssen somit eigentlich von den Betreibern entfernt werden. Doch sind Projekte wie MyVideo oder YouTube noch für die Onlinegemeinschaft interessant, wenn die zahlreichen geschützten Videos verschwinden und nur noch fade Homevideos veröffentlicht werden?

Die gängige Meinung in den Diskussionsforen lautet hier nein, viel mehr gehe der Trend eh dazu über, dass besonders YouTube Teile des Fernsehens immer mehr ersetzt. Längst sind dort die aktuellen Musikvideos und viele Serienepisoden online, längst wissen dies die User und greifen via Suchfunktion gezielt auf solche Dinge zu. Dem aufmerksamen Beobachter wird dann spätestens an dieser Stelle klar: YouTube lebt größtenteils „nur noch“ von diesen Clips. Die Einnahmen und vor allem die Besucherzahlen wären sicherlich nicht dieselben, wären die eigentlich geschützten Inhalte nicht mehr verfügbar.

 

Hier muss sich die Frage gestellt werden, in wiefern das Urheberrecht noch anwendbar ist. Es ist unmöglich, jede existierende Webseite auf fragwürdige Inhalte zu überprüfen und mögliche Verstöße gegen das Gesetz zu ahnden.

Steht uns also ein Umbruch der bisherigen Regeln bevor?

Es gibt durchaus Zeichen, die in diese Richtung deuten. So wollen schon bald einige Onlineshops Musik ohne jeden Kopierschutz verkaufen, dafür aber mit einem kleinen Aufpreis. Hier sind die Gründe freilich andere, schließlich geht es hier um die Kompatibilität bei den Abspielgeräten. Aber sind solche Konzepte nicht auch für große Portale anwendbar?

Man könnte sich beispielsweise darauf einigen, dass Webseiten in Zukunft uhrheberrechtlich geschützte Inhalte (durch Usereinsendungen) anbieten dürfen, dafür aber einen bestimmten Prozentsatz an die Industrien abtreten. Somit wäre jedes Unternehmen, welches solche Dienste online anbietet, gleich belastet und die Benutzer entkriminalisiert.

Weiterhin könnten dann parallel dazu das Copyright und die lokalen Gesetze adaptiert werden, des Weiteren wären dann diese Publikationsplattformen auch für die Filmstudios interessant. Wenn solche riesigen Portale eh schon eine so hohe Frequentierung aufweisen können, warum dann nicht auch auf diesem Weg ganze Filme anbieten? Der User zahlt einen Euro und kann sich dann seinen Spielfilm in herabgesetzter Qualität, aber dafür in voller Länge ansehen. Somit könnten die Videoportale als Partner der Filmindustrie agieren, hier ergäben sich dann interessante Geschäftsmöglichkeiten.

Bisher schreckt es die Benutzer noch ab, sich auf den aufwendig gestalteten Webseiten anzumelden, ihre Kontodaten einzugeben und dann die Filme anzusehen. Des Weiteren muss der Benutzer für Musik zusätzlich noch mal auf andere Angebote zurückgreifen – wer soll da denn noch eine klare Übersicht behalten?

 Mit einer Reformierung der Urheberrechte hätte man die Möglichkeit, Portale wie YouTube als vollständige Publikationsplattformen zu etablieren. Hier würden die Unternehmen und die Surfer gewinnen: Man meldet sich bei einem Dienst an, bezahlt nur über diesen und bekommt auch dort schnell und umkompliziert seine Multimediadateien. So könnten sich vielleicht auch Hobbyproduzenten mit ihren Videoblogs zu Gruppen zusammen fügen und ihre Dateien ebenfalls als Abonnement anbieten.

 

Es gibt noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie sich geänderte Gesetzte auf die Onlinewelt auswirken würden, doch eines ist schon jetzt klar: Es gäbe endlich rechtliche Sicherheit für alle Beteiligten – und ein neues Geschäftsmodell.


Was tun, wenn das Steinchen kommt?

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:40          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 06.01.2008 veröffentlicht.

Viele Blockbuster, Dokumentationen und allseits beliebte Galileo-Specials (Zu welchem Thema gibt es eigentlich kein Galileo-Special?) befassen sich mit der Thematik eines möglichen Asteroideneinschlages auf der Erde, zuletzt auch der Spielgel in einem kleinen Onlineartikel (Link ). Alleine schon die Vorstellung, dass ein großer Brocken aus Gestein und Metallen die Erde trifft, lässt bei zahlreichen Forschern und deren Instituten – zugegebener Maßen auch mit einem Tick Faszination – die Alarmglocken läuten. Was tun, wenn so ein Steinchen die Umlaufbahn der Erde kreuzt?

 

Kuriose Ideen werden bei dieser Gelegenheit in den Raum geworden, der Spiegel zitiert beispielsweise den Gedanken, dass ein Bagger auf das herannahende Monstrum abgesetzt wird. Durch die viele Rückstöße beim Schaufeln soll so der Asteroid langsam von seiner Bahn abgebracht werden. Militärs hingegen bevorzugen die eher klassische Variante: Was uns bedroht, wird mit einer großen Bombe erledigt – entweder durch einen direkten Einschlag oder eine Fernzündung, welche schließlich den Asteroiden dazu bewegen soll, woanders hin zu treiben.

Futuristisch hingegen wirkt hier die Idee einer Forschungsgruppe der Universität Glasgow, man will im Falle eines Falles Raumschiffe in den Weltraum schicken, welche durch Sonnensegen Lichtstrahlen auf das bedrohliche Monstrum lenken sollen. Durch die sehr hohen Temperaturen soll dann ein „Düseneffekt“ einsetzen, welcher den Asteroiden davon sausen lassen soll.

De facto verspricht uns die Wissenschaft und Forschung also, dass man – egal mit welcher Idee auch immer – bedrohliche Himmelskörper bis zu einer bestimmten Größe von der Erde fernhalten kann. Die Menschheit muss sich nun keine Sorgen mehr machen, wir werden wohl nicht das zeitliche Segnen, in dem uns der Himmel auf den Kopf fällt und dem Schicksal unserer Vorfahren (Dinosaurier anno 65 Millionen Jahre B.C.) entgehen.

 

Sollte es dennoch zu einer Kollision kommen, haben wir eigene Vorschläge vorbereitet:

 - 502 443 987 Luftballons im Erdorbit verteilen. Laut den Berechnungen eines Dr. Prof. Fa’ke sollen so herbei eilende Brocken weich in das All zurück gefedert werden.

- Das Studio, in dem Deutschland sucht den Superstern gedreht wird, in die Erdumlaufbahn verlegen. Die schillernden Kandidaten und die charmante Jury rund um Dieter Bohnen könnten genug abschreckende Gravitation erzeugen, um den Asteroiden freiwillig zum Verlassen seiner Flugbahn zu bewegen.

-  In einem Casting auf ProSiebenSieben nach Tänzern suchen, die dann mit spezieller Schulung durch Detlef D. Soße den Asteroiden einfach wegtanzen sollen. Bäm, bäm, bäm (Zitat: Tanzlehrer von Popsternchen)!

- Über Deutschland Ozonlächer verteilen (Unser Umweltbewusstsein macht’s möglich!). Der Gesteins- und Metallbrocken soll dann an einer Seite der Erde ein Ozonloch passieren und dank der Erdrotation an einer anderen Stelle am deutschen Horizont wieder die Erdatmosphäre verlassen. Dies kann aber nur funktionieren, wenn sich der Himmelskörper vorher bei der GEZähtd anmeldet und Gebühren für den Empfang vom südbayerischen Volksmusiksender für ehemalige Chorknaben zahlt.

- Den Sitz von rechten Parteien in den Weltraum verlegen. Dann will eh keiner mehr kommen.

- Eine Liebesgeschichte zum Asteroideneinschlag drehen („Das Weltrauminferno – Eine Geschichte mit Durchschlagskraft“) und anschließend auf ProSiebenSieben zwölf Galileohh-Specials am Stück zeigen, die sich mit der Zusammensetzung der linken unteren Hälfte des Asteroidenkerns beschäftigen. Somit sind dann genug Bürger aufgeklärt, die dann die Große Koalition abwählen, um das Chaos zu verhindern.  Auszüge aus den Galileohh-Folgen werden anschließend jeweils 44 Mal auf ähN24  sowie  Kabähl 1 wiederholt, um sicherzugehen, dass auch möglichst viele Zuschauer das Special gesehen haben.

- Die E-Mailadresse des Asteroiden in einer Kettenmail an alle Freunde und Bekannte schicken (Zitat: „Wenn du diese Mail nicht an mindestens 200 deiner Freunde weiter schickst, wirst du in sieben Tagen sterben!“). So kommen dann auch schließlich Spammer zu der Adresse, was widerum das Postfach des Asteroiden zum Überlaufen bringen wird. Ein Anruf bei seinem E-Mailprovider wird ihm dann die Erkenntnis bringen, dass das Spam in Wirklichkeit eine Maßnahme der Illuminaten ist, um von der Werbekampagne des Mediah Märkhts („Asteroid ist geil!“) abzulenken.

- Dem Asteroiden zu Weihnachten einen 10 Tage Gästeaccount von World of Suchtcraft schenken. Durch seine hohen Onlineaktivitäten wird er neben seiner Arbeit, Familie und allen anderen Hobbies auch sein Vorhaben aufgeben, die Welt zu zerstören. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Server des Onlinespielbetreibers online sind (Stichwort: Downtimes. „Uns ist das Problem bekannt und wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung.)

 

PS: Bitte nicht ernst nehmen!


Der Traum von einer zweiten Erde und deren Besiedlung

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:35          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 27.04.2007 veröffentlicht.

Der Traum auf fremden Himmelskörpern anzusiedeln und zu leben ist wohl so alt die die Menschheit selbst. Nach der Feststellung, dass auf dem Mars mal Wasser vorhanden war und der jüngsten Entdeckung einer „zweiten Erde“ werden immer mehr Rufe laut, konkrete Projektvorschläge in dieser Sache zu entwickeln. Doch wie weit ist hier der Wunsch von der Realität entfernt?

 

Zahlreiche Science-Fiction Romane beschreiben die Menschheit in mehreren Hundert Jahren so: es gibt dank dem medizinischen Fortschritt keine Krankheiten mehr, der Armut wurde Abhilfe geschaffen und man kolonialisiert mehrere Planeten in unserer Galaxie. Dabei kann der Mensch von Planet zu Planet reisen, untereinander handeln und gemeinsam andere Teile des Universums erforschen.

Der Traum der jeweiligen Autoren wird weltweit in jedem Land von vielen Einwohnern geteilt. Wie schön wäre es doch, könnte man einfach den Klimawandel und all die anderen Probleme hinter sich lassen und auf einem fremden Planeten wohnen!

Dies wäre freilich eine Chance für die Menschheit an sich, und tatsächlich gibt es hier sogar konkrete Pläne.

George W. Bush, Präsident der Vereinigten Staaten, und die NASA wollen bereits im Jahr 2020 Astronauten auf dem Mond ansiedeln und eine große Basis errichten lassen. Dieser Stützpunkt könnte dann als Ausgangspunkt von neuen Missionen, die tiefer in den Weltraum vordringen, fungieren. Die Projekt-Kosten für die ersten 5 Jahre belaufen sich dabei auf mindestens 12 Milliarden Dollar.

Doch bevor man solche Vorhaben in die Tat umsetzen kann, müssen erst einmal unsere Möglichkeiten untersucht und Fragen beantwortet werden. Was ist hier drin, kann der Mensch vom Mond aus mit seinem Raumschiff einfach zu anderen Planeten fliegen und auf ihnen landen? Wer bezahlt diese Aktionen? Sind wir technisch schon so weit? Und vor allem: ist das alles wirklich sinnvoll?

Aus moralischer Sicht sind die Besiedlungspläne fragwürdig, denn während auf der Erde immer noch Bewohner an Hunger oder heilbaren Krankheiten sterben, werden gleichzeitig Milliarden in Weltraumprojekte gesteckt (und noch mehr, in naher Zukunft). Vielen Menschen könnte mit diesen Geldern geholfen werden. Sollte man erstmal die Probleme hier auf dieser Welt lösen, bevor man sich auf eine Entdeckungsreise in den Weltraum wagt?

Wie dem auch sei, die technischen Vorraussetzungen für eine dauerhafte Ansiedlung auf dem Mond sind in dieser Zeit wohl erfüllt. Seit den 60ern fliegen Astronauten bereits durch das All, seit einigen Jahren basteln wir an einer Weltraumstation und in diesen Monaten werden die Behausungen für die kommenden Mondbewohner entwickelt. Erfahrung und Technik sind also vorhanden, es stellen sich aber dann doch die Fragen, wer an dem Projekt Mondbasis mitwirkt, wer wie viel Geld beisteuert und was man sich konkret an dem Vorhaben verspricht.

Reisen und Landungen auf fremden Planeten in unserem Sonnensystem hingegen kann man sich wohl in den nächsten Jahrzehnten, sollten keine größeren technischen Wunder auftreten, abschreiben. Eine Reise zur Venus  - unser Nachbarplanet – wäre beispielsweise über 40 Millionen Kilometer lang, eine normale Sonde braucht für diesen Weg fünf Monate. Dazu kommt, dass man sich dauerhaft der Sonne nähert, was unter anderem Hitzeprobleme mit sich bringt.

Der Weg zum neu entdeckten erdähnlichen Planeten „Gliese 581 c“ hingegen würde mit einem unbemannten Schiff bei einer Geschwindigkeit von 250.000 Kilometern pro Stunde nicht weniger als 86.000 Jahre dauern. Für solch einen Weg – vermutlich ohne Rückflugticket – käme nur ein Generationen-Raumschiff in Frage. Auf diesem müssten sich die Astronauten solange fortpflanzen und untereinander ausbilden, bis sie das Ziel erreicht haben (doch wer ist für solch eine Reise überhaupt bereit?). Zusätzlich müssten die Sauerstoff- und Wasserregenation mit einem Wirkungsgrad von 100 Prozent funktionieren. Dazu kommen noch die Fragen nach einer Energiequelle und einer Technologie, die irgendwie kontinuierlich neue Nahrung für die Astronauten herstellt.

Weiterhin müssten für solche Reisen noch komplett neue Konzepte entworfen werden. Das Schiff bräuchte ein Schutzschild, welches vor Zusammenstössen mit größeren umher treibenden Objekten sowie massiver Strahlung schützt, des Weiteren müssten wohl auch neue Waffensysteme her. Wer weiß, was einem auf einer solch langen Reise erwartet?

Sollte solch ein Gefährt schließlich mal sein Ziel erreichen, ist der Erfolg der Mission keines Wegs gewährleistet. Denn wie landet man die Raumfähre, und erlauben die Bedingungen auf dem Planeten überhaupt eine Besiedlung?

Viele wesentliche Merkmale, wie den Sauerstoffgehalt der Luft, kann man von der Erde aus nicht mit völliger Sicherheit feststellen – und Zeit, eine Erkundungssonde hin zusenden, hat man ebenfalls nicht. Die Mission wäre also von Anfang an ein großes Risiko, der Erfolg eher ein Wunder.

Da die Menschheit die hier aufgeführten Dinge de facto noch lange nicht bewerkstelligen kann, würde man in absehbarer Zeit wohl nicht über eine Besiedlung des Mondes heraus kommen, mehr wäre unter den gegebenen Umständen einfach nicht möglich.

 

Aber:  träumen ist immer noch erlaubt.


Das Web 2.0 – Was bringt die Zukunft?

Kategorie: Artikel     Autor: lin0x     Datum: Samstag 17 Januar 2009     Uhrzeit: 17:09          

Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 21.03.2007 veröffentlicht.

März 2007: Das Internet gehört bei vielen Menschen inzwischen genauso zum Alltag wie das Telefon oder der Fernseher. Ob E-Mails, Benutzervideos oder multilinguale Diskussionsplattformen, das World Wide Web bietet nahezu unendlich viele Möglichkeiten für Privatanwender und Unternehmen. Doch dies alles ist bereits bekannt, was wartet in der Zukunft auf uns?

 

In den Medien ist in den vergangenen Monaten viel vom „neuen“ Web 2.0 zu hören gewesen. Nicht mehr das statische HTML-Dokument, sondern komplexe dynamische Portale mit Benutzerinhalten seien z.B. laut der Welt Kompakt nun die gefragten Webseiten. Dabei wirken die sonst so passiven Surfer nun aktiv an der Gestaltung der Seiten mit – was für die eigentlichen Betreiber eine enorme Zeitersparnis bedeutet. E-Mails, Onlinevideoplayer, Multimedia zum Herunterladen, Liveübertragungen aus fernen Ländern und große Wissensdatenbanken sind dank der großen Userbeteiligung so zum Leben erwacht und überraschten so manchen Skeptiker. Längst ist das Internet  von den Leuten und Betrieben als Medium Nummer eins anerkannt worden und dementsprechend schnell arbeitet man an neuen Konzepten, um immer wieder neue Besucher für sein eigenes Projekt zu gewinnen.

 

All diese Bemühungen laufen darauf hinaus, Teile des normalen Lebens zu ersetzen, komfortabler zu gestalten oder unweigerlich bestehende Medien zu verschlingen.

 

Fernsehen als Webcontent - In Japan ist man dabei, dem Handynutzer mobiles Fernsehen zu ermöglichen. Gelingt es hier, ein geeignetes Komprimierungsformat zu finden, könnte diese Idee auch für das Internet übertragbar sein. Längst hielten schnelle Breitbandanbindungen in die meisten Haushalte Einzug, somit ist der Grundstock für die Onlineübertragung konventioneller Fernsehsender gelegt. Künftig könnte der Surfer beispielsweise bequem am Fernseher zwischen Tausenden Kanälen aus aller Welt wählen und diese dank DVD- oder BlueRay-Recorder aufnehmen. Dabei ist es nicht undenkbar, dass in wenigen Jahrzehnten das Internet die bisherigen TV-Übertragungswege vollständig ablöst. In diesem Falle wären unzählige Streitereien auf Grund von belastenden Sendemasten passé, auch die nicht ganz so billigen Satellitenschüsseln wären so überflüssig. Am Ende hätten sowohl der Kunde, als auch das Unternehmen gewonnen.

Des Weiteren bringt das Streaming-Fernsehen noch einige andere Vorteile mit sich. Endlich könnten Statistiker auf einstellige Zahlen genau festhalten, wie groß die Zuschaueranteile einzelner Fernsehsendungen sind. Ungenaue Hochrechnungen würden so exakten Feststellungen weichen. Und auch in Sachen Kindersicherheit hätten Eltern endlich eine hundertprozentige Kontrolle über das, was ihre Kinder nachmittags sehen, wenn sie nicht zu Hause sind. Über genaue Beschreibungen und Alterseinstufungen der Programme könnten Kindersicherungssoftware gezielt bedenkliche Inhalte nur mit einer Art Passwort zeigen. In Vergleich zu Heute wäre dies ein wahrer Fortschritt, welcher langwierige Diskussionen über Gewalt und Erotik im TV ein Ende setzen müsste.

 

Telefonieren mit Communityfunktionen - Immer mehr Menschen steigen meist wegen der günstigen Tarife auf die Internettelefonie „Voice Over IP“ um. Doch nicht nur die Preise, sondern auch komplett neue Funktionen können in den nächsten Jahren für sehr viele neue Kunden sorgen. Wenn Bekannte ebenfalls auf das digitale Telefonieren umgestiegen sind, könnte man beispielsweise eine Art „Buddy“-Funktion in die Geräte integrieren, wie es bei Onlinecommunities der Fall ist. Der Benutzer könnte so sehen, welche seiner Freunde aus der eingespeicherten Telefonliste gerade zu Hause sind, telefonieren oder nicht erreichbar sein wollen. Dies kann nicht nur vergebliche Anrufsversuche, sondern auch unnötige Mehrkosten verhindern. Eine solche Vernetzung der Benutzer brächte des Weiteren auch die Möglichkeit mit, bequem bestimmte Dateien zwischen den Telefonen auszutauschen. So müsste man nicht erst umständlich ein Faxgerät kaufen oder über den Onlineanbieter kostenpflichtig Faxe versenden, sondern könnte diese einfach schnell in das lokale Gerät eintippen und anschließend versenden. Eine Art lange SMS, an die auch noch Bilder, Videos oder Audiodateien angehängt werden können. Das Telefon zu Hause würde so als „Home-Handy“ fungieren und wieder einmal Zeit sowie Geld sparen.

 

Neue Chancen für Schulen und alle, die dort hingehen sollten –  Bildungseinrichtungen aller Welt könnten sich bei einem Internet der Zukunft ebenfalls etlicher neue Möglichkeiten erfreuen. Die kranken, zu Hause gebliebenen Schüler könnten z.B. am heimischen PC den Unterricht dank Live-Übertragung mitverfolgen, und auch behinderte junge Menschen hätten so die Chance, online die Stunden anzusehen. Vielleicht entstände so auch eine Schule, bei der die Schüler von zu Hause aus gezielt einzelne Unterrichtsblöcke herunterladen und sich so die Zeit frei einteilen könnten – auch Nachhilfe wäre so bequem zu jeder Zeit (auch als Bezahlangebot) möglich. Überfüllte Klassenräume, gestresste Lehrer und viel zu hohe Schulkosten würden so der Vergangenheit angehören, wobei der Onlineunterricht wohl nur bei Schülern ab einem gewissen Alter und genug Selbstdisziplin erfolgreich wäre. Dank Webcam und Videokonferenzen könnten die Lehrer aber ständig mündliche Kenntnisse der Lehrlinge abfragen, was somit eine gewisse Kontrollmöglichkeit einräumt.

Ein weiteres Kapitel beschreibt das Lernen von Sprachen, so muss man heute noch Einrichtungen besuchen, bei denen Sprachlehrer einem Grammatik, Rechtschreibung und ins Besondere Aussprache beibringen. Auch hier könnten besagte Institute Unterricht über das Internet anbieten, so dass Interessierte in Arbeitspausen oder kurz vor dem Schlafengehen gemütlich dazu lernen können.

 

Lebensmittel per Knopfdruck - Dank umfangreicher Vernetzung aller Gebäude in der Stadt wäre eine Realisierung von Onlineshops für Supermärkte denkbar. Wie schön wäre es doch, könnte man von zu Hause aus per Mausklick Lebensmittel bestellen und diese noch am gleichen Tag geliefert bekommen. Lange Schlangen aus klumpigen Einkaufswagen vor der Kasse und nerviges Warten würden so durch effizientes Shopping abgelöst werden, besonders für ältere und körperlich behinderte Menschen wäre dies eine große Erleichterung. Doch auch hier müssen die Grundpfeiler von den Unternehmen gesetzt werden. 

 

Printmedien im Museum? - Das Internet der Zukunft bringt leider auch einige Nachteile für die Druckpresse mit sich. Es gibt immer mehr Webseiten, die Nachrichten, Artikel und unterhaltsame Erzählungen nur noch online anbieten, besonders beliebt ist hier das E-Book im PDF-Format. Kommt es also dazu, dass Zeitungen, Nachrichtenmagazine und Klatschblätter nicht mehr gekauft werden? Schließlich sind aktuelle Themen stets erst im Internet und erst am nächsten Tag auf dem Papier zu finden.

Die Publizisten von Printmedien müssen sich hier einiges einfallen lassen, um die Leserschaft auch weiterhin im nicht-digitalen Leben an sich zu binden – denn Bezahlnews wird keiner kaufen, da zu viele Webseiten den gleichen aktuellen Content kostenlos anbieten. Nur noch dicke Bücher könnten sich noch gut in Druckform verkaufen, sollte es bis dahin noch kein digitales Gerät zum Mitnehmen geben, auf dem sich beispielsweise lange Romane ohne Anstrengung und komfortabel  unterwegs lesen lassen.

 

Es könnte so werden! - Vor einigen Jahren hat es die Wirtschaft und Politik verpasst, das neue Medium Internet rechtzeitig für sich zu entdecken. Dies darf in Zukunft nicht passieren, wenn das in diesem Artikel beschriebene Internet entstehen soll. Die technischen Vorraussetzungen sind im Jahr 2007 erfüllt, nun müssen die Unternehmen sich wandeln und dem User preisgünstig anbieten, was er haben möchte. Man kann sich sicher sein, dass auf diesem Wege eine kleine digitale Revolution statt finden wird.


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