Angesehen: Next mit Nicolas Cage und Jessica Biel
Folgender Artikel wurde von mir auf pamaxx.de am 02.07.2007 veröffentlicht.
Mit „Next“ kommt am 19. Juli in Deutschland ein typischer Nicolas Cage Film in die Kinos. Die Story, beteiligten Schauspieler und Mitarbeiter versprechen einen guten Misch aus Action, Thriller und Science-Fiction – doch kann man damit überhaupt Zuschauer anlocken, wenn zur gleichen Zeit Bruce Willis mit „Stirb langsam 4.0“ in den Kinos wütet?
In vielen Ländern lief „Next“ bereits im April oder Mai an, dabei ergab sich auch für uns (im wohlverdienten Urlaub) die Gelegenheit, den Film in englischer Sprache zu sehen. Doch zunächst mal zur Handlung:
Ein Zauberkünstler, bekannt unter dem Pseudonym Frank Cadillac (Nicolas Cage), treibt in Las Vegas sein Unwesen und so manches Kasino-Sicherheitspersonal in den Wahnsinn. Denn hinter der Magier-Maske steckt ein Talent, welches Frank Cadillac bis zu zwei Minuten in seine eigene Zukunft sehen lässt. So weiß er bereits im Voraus, wie die Karten liegen und die ihn umgebenden Menschen handeln werden – und entkommt auf diesem Wege gleich zu Beginn des Filmes dem Sicherheitsbeauftragten einer großen Spielhölle und somit auch jeder Menge Ärger. Wer würde denn schon jemanden glauben, der viel an den Spieltischen gewinnt und dies dann mit einer hellseherischen Gabe erklärt?
Diese Fähigkeiten bleiben aber auch von dem FBI nicht unentdeckt, schließlich ergibt sich doch ein riesiges Potential aus den Fähigkeiten des Künstlers. Man erhofft sich von ihm, dass er das Ziel eines fest geplanten Nuklear-Anschlags auf eine US-amerikanische Stadt bereits im Vorhinein sehen und mit der Hilfe mehrerer Behörden sogar beschützen kann.
Doch Cris Johnson, so der bürgerliche Name von F. Cadillac, verweigert seine Hilfe, schließlich kann er nur seine eigene unmittelbare Zukunft erahnen, was er dem FBI-Personal aber nicht glaubhaft vermitteln kann. So kommt es, dass das FBI Johnson jagt und notfalls auch gewaltsam dazu bringen will, das Leben von ca. 8 Millionen amerikanischen Einwohnern zu retten.
Der Zauberkünstler kann aber neben den zwei Minuten auch andere, besondere Dinge in der Zukunft sehen: so hat er bereits sein ganzes Leben lang Elizabeth ‚Liz’ Cooper (Jessica Biel) in ein bestimmtes Restaurant gehen sehen. Von Anfang an hielt er sie für „die Eine“ und sitzt jeden Abend in dem besagten Gastronomiebetrieb – in der Hoffnung, seine Traumfrau zu treffen.
Nach einigen Jahren ist es nun soweit und dank seiner hellseherischen Gabe kennt er auch ganz genau die Auswirkungen, wenn er sie anspricht. Durch mehr oder weniger schlechte Schauspielerische Leistung gelingt es Chris Johnson, sich eine Mitfahrgelegenheit bei der jungen Dame zu erschleichen. Gemeinsam fahren Sie, auf Grund einer Straßensperrung, zu einem Hotel, welches mitten in der trockenen Provinz liegt. Dort kommen sich die beiden näher und teilen sich neben dem Essen auch das Bett im Appartement. Am Morgen darauf geht Liz Frühstück einkaufen und wird, genau 2 Minuten vor dem Betreten des Hotels, von Agenten des FBIs aufgehalten. Ihr wird ein Video vorgespielt, welches Chris in einer unglücklichen Szene zeigt, die der jungen Frau als Straftat näher gebracht wird. Sie lässt sich, so glaubt zumindest die Bundesbehörde, von der Schuld ihres Partners überzeugen und verspricht Chris Johnson mit einer Arznei zu betäuben, damit er sicher in Gewahrsam genommen werden kann.
Im letzten Moment entscheidet sich Elizabeth jedoch dagegen und teilt, emotional aufgewühlt, Johnson mit, was sie ursprünglich machen sollte.
Auf diesem Wege entwickelt sich eine spannende Handlung, die sich bis kurz vor Schluss hinzieht: Johnson versucht zu fliehen, wird aber gefangen genommen und arbeitet dann (eher gegen seinen Willen) eng mit den staatlichen Behörden zusammen, wobei seine neue Traumfrau, ebenfalls nun auf der Flucht, von den gleichen Terroristen gefangen genommen wird, welche auch den Anschlag verüben wollen.
Der terroristische Akt kann jedoch selbst mit der Hilfe des talentierten Chris Johnsons nicht verhindert werden – bis dem Zuschauer klar wird, dass die letzten Ereignisse nur eine weitere Version waren, die der schon in die Jahre gekommene Mann hatte, als er noch mit Liz im Bett lag.
An dieser Stelle beschließt er, die Zukunft zu ändern und von Anfang an mit dem FBI zusammen zu arbeiten – in der Hoffnung, Elizabeth aus allem herauszuhalten und den Anschlag verhindern zu können.
Fazit
Wie bereits zu Beginn erwähnt, handelt es sich um einen typischen Nicolas Cage Film. Alles ist mehr oder weniger auf ihn ausgerichtet und der gesamte Film profitiert von seiner Erfahrung und seinem schauspielerischen Können. Die Action-Szenen sind gelungen und, das muss ich nun doch zugeben, sogar teilweise ziemlich cool. Ähnlich wie in Matrix ahnt der Zauberkünstler die Flugbahnen diverser Projektile voraus und weicht ihnen aus. Auch die Special-Effects kommen glaubhaft rüber. Die Spannung zieht sich dabei von Anfang bis Ende durch, auch wenn man das Ende schon in der Mitte des Filmes abzusehen ist.
Die anderen Schauspieler stehen bei der Dominanz von Nicolas Cage leider jedoch ein wenig im Hintergrund, selbst Jessica Biels Rolle (die eigentlich sehr viel Einfluss auf Frank Cadillac ausübt) verkommt nur zu einer „besseren Nebenrolle“. Man könnte „Next“ also auch als Präsentation von Nicolas Cage und der Story sehen und weniger als gelungenen Action-Kracher.
Trotz allem ist „Next“ ein wirklich guter Film, den sich jeder Fan von Action-Movies mit Science-Fiction Elementen getrost ansehen kann.
Wertung: 82 Prozent